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Erfahrungsbericht nach 3 Monaten :D

Vorbereitung

Den Gedanken, ein Auslandsjahr zu machen, gab es schon immer, da meine älteren Geschwister alle für einige Zeit in die USA gegangen sind. Vor einem Jahr wurde der Gedanke für mich zum Entschluss. Ich wollte auch in die USA!

Ich habe mich bei mehreren Organisationen beworben um besser abwägen zu können mit welcher ich nun den Schritt ins Ausland wagen würde. In dieser Zeit habe ich mir unendlich viele Erfahrungsberichte über die USA im Internet durchgelesen und auch mit Returnees gesprochen.

Bei einem Auswahlseminar von einer der Organisationen habe ich das Erste Mal darüber nachgedacht, in ein anderes Land als in die USA zu gehen. Auf diesem Seminar waren fast nur Returnees aus Italien oder Argentinien und sogar ein Argentinier selbst, der zu dieser Zeit ein Jahr in Deutschland verbracht hat. Er, Lisandro, hat mir dann ganz begeistert Bilder von Argentinien gezeigt. Ich war jedoch immer noch verunsichert, weil ich die Sprache nicht sprechen konnte. Die Returnees haben mir dann aber ganz viel Mut gemacht. Italien kam für mich nicht in Frage, weil ich ein ganz anderen Kontinent und ein anderes Klima kennenlernen wollte. Ich habe mir gedacht: Warum nicht nach Argentinien? Was habe ich zu verlieren? Nichts. Wenn andere das geschafft haben ohne die Sprache zu können, dann schaffe ich das auch! Also wollte ich nun nach Argentinien!

Es folgte ein weiteres Vorbereitungsseminar meiner nun entgültigen Organisation. Ich bin ganz schnell mit den anderen Autauschschülern ins Gespräch gekommen. Man hatte dieseleben Ängste, aber man war auch aufgeregt. Man konnte alle Fragen stellen, die einem noch auf der Seele lagen und die letzten Zweifel durch die begeisterten Berichte und Tipps der Ruturnees beseitigen. Am Ende des Seminares konnte es mir gar nicht schnell genug gehen! Ich wollte so schnell wie möglich weg.

 

Zu der Vorbereitungszeit gehörte außerdem dazu, ersten Kontakt mir der Gastfamilie aufzunehmen und sich von Familie und Freunden zu verabschieden.

Der erste Kontakt zu meiner Gastfamilie war etwas chaotisch und unsicher, aber natürlich trotzdem aufregend. Aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse konnte ich nur wenig mit ihnen Kommunizieren, habe aber viele Bilder geschick.

Der Abschied viel nicht so schlimm aus, wie ich gedacht habe.Tausend Mal habe ich mir ausgemalt wie es wohl sein wird aber es war ganz anders. Es sind (fast) keine Tränen geflossen. Das liegt daran, dass ich mich schon ganz früh auf den Abschied eingestellt habe und dass die Aufregung einfach zu gross war. Bei der Fernsehserie “Auf und Davon” habe ich immer fleißig mitgefiebert – und mitgefühlt. Jedoch konnte ich bei dem Abschied überhaupt nicht realisieren, wie lange ich tatsächlich wegbleiben würde. (Das kann ich heute aber immernoch nicht so richtig.)

Das Bild vom Flughafen sehe ich noch vor mir. Wie ich durch den Check-In gehe und zwischen mir und meiner Familie erst nur eine Glasscheibe ist. Mein Gepäck wird nochmal speziell auf chemische Giftstoffe untersucht. Meine Schwester läuft mit besorgtem Gesicht mit in meine Richtung. Wie ich meine Familie da so stehen sah, winkend und mit den Daumen nach oben gestreckt, hat es ein ganz komisches und ungewohntes Gefühl in mir geweckt. Wie Unterstüzung, nur trauriger.

Als ich kurz davor war, doch loszuweinen, traf auch schon ein anderer Austauschschüler ein. Im Flugzeug war alle Trauer verflogen. Wir haben uns gegenseitig mit der Aufregeung angesteckt. Auch das Unbekannte, nicht zu wissen was einen erwartet, war zu spannend. Nach 15 Stunden Flug und 5 Stunden Autofahrt kamen wir in unserem Quatier an, einer Schule in Rosario.

 

Nun startete die Vorbereitungswoche. Wir bekamen jeden Tag 4 Stunden Spanischunterricht und haben verschiedene Sehenswürdigkeiten in Rosario besichtigt. Einige Gastfamilien kamen auch und haben ihren Gastschüler besucht. Meine kam auch; meine Gastschwestern. Als ich sie das Erste Mal gesehen habe war ich überrascht, dass sie so klein sind. Dazu hat mich auch noch verunsichert, dass sie ständig gekichert haben. Ich konnte ja nicht verstehen, was die gesagt aben. Die anderen die mich zum Zusammentreffen begleitet haben, haben dann versucht für mich zu übersetzen.

Schliesslich kam der Tag, an dem unsere Gastfamilien uns abholen kamen. Es war ein Freitag, der 1. August. Es flogte wieder ein Abschied, aber auch wieder ein neuer Anfang.

 

Die Vorbereitungszeit war vorbei.

 

 


Familie

Kurz vor dem Vorbereitungsseminar, Ende April, bekam ich die Nachricht, dass eine Gastfamilie für mich gefunden worden ist. Junge Eltern und Zwillingsschwestern in meinem Alter. Die Familie lebt in der 3. gröten Stadt Argentiniens, Rosario, im Osten. Ich habe sofort eine ganz lange E-Mail auf Englisch geschrieben, jedoch bekom ich 2 Wochen lang keine Antwort. Dann kam doch eine E-Mail und gleich dazu auch noch Fotos! Ich war völlig baff.

Im Nachhinein har sich hier in Argentinien herausgestellt, dass meine erste E-Mail gar nicht angekommen ist.

Die anfällige Freude für alles Neue ist nun auch verflogen und die rosarote Brille habe ich mir inzwischen auch abgenommen. Das Verhältnis zu meiner Familie ist “gut” , jedoch nicht super. Bestimmte Dinge stellen hier einen zu grossen Unterschied zu Deutschland dar.

Meine Gastschwestern gehen mindestens jedes zweite Wochenende aus und schleifen mich dabei immer mit. Egal ob ich will, oder nicht, ich muss mich fügen sonst sind sie sauer. Das ist etwas seltsam, dass ich zum Spass haben gezwungen werde. Auf der anderen Seite ist das natürlich eine super Gelegenheit um neue Leute kennenzulernen.

Im Moment ist es ein bisschen komisch für mich, weil die Familie schon für das kommende Jahr Planungen macht und da werde ich nicht mit eingeplant. Ist ja eigentlich schade, weil sie mir indirket damit klar machen, dass ich die Familie wechseln muss. Sie möchten gerne nächstes Jahr ein Haus kaufen und dann dort einziehen. Das haus liegt aber ausserhalb von Rosario, die Zwillinge und Ich müssten dann die Schule wechslen und das möchte ich nicht. Vielleicht ziehen aber auch nur die Eltern in das Haus und die Zwillinge bleiben hier und wohnen alleine, aber ob die das wirklich machen..Es werden immer so große Reden geschwungen und dann ist es am Ende doch ganz anders. Außerdem möchten die Zwillinge im Januar für einen Monat nach Miami um ihr Englisch zu verbessern.

 

 

 

Schule:

Als ich die ersten Tage in der Schule war, wurde ich von jedem Lehrer mit Küsschen begrüsst. Sie haben mir auch mehrmals gesagt, dass das was ganz besonderes für sie ist eine Deutsche (bzw. Zwei Deutsche) auf ihrer Schule zu haben. Deutschland ist auf Platz 1 der Exportländer, das habe ich aber erst hier herausgefunden. Das Essen ist aus Deutschland, die Autos, Handys und Kosmetik.Es ist also alles ein bisschen bekannt.

Leider können wir beiden Deutschen nicht verhindern, dass wir verglichen werden. Hannah hat da einen deutlichen Vorsprung mir gegenüber, weil sie vier Jahre lang Spanisch an der Schule hatte und auch offener auf Menschen zugehen kann als ich.

Das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern ist vertraut und herzlich, man duzt sich. Für mich war das ungewohnt sich vom formellen- auf den unformellen Umgang umzustellen.

Ich glaube nicht, dass ich benotet werde, jedoch muss ich alle Abschlussexamen in allen Fächern mitschreiben.

In den Schulpausen besuche ich Hannahs Klasse und quatsche ein bisschen mit denen. Durch eine vor ein paar Wochen stattgefundene Geburstagsfeier habe ich ganz viele aus diesem Jahrgang unter mir kennengelernt. Eine Schulstunde auert 40 min, 5 min Pausen wie in Duetschland gibt es nicht. Alle zwei Schulstunden gibt es eine größere Pause von 10 – 20 min. Oft verlangen Klassenkameraden auch, dass wir ihnen Deutsch beibringen. Das klingt wirklich süß, wenn die versuchen Deutsch zu sprechen.

Ich habe folgende Schulfächer: Spanisch, Literatur, Englisch, Mathematik, Kultur und Kommunikation, Wirtschaft, Philosophie, Chemie, Biologie, Fotografie, Geografie, Informatik und Geschichte.

Das Englischniveau ist sehr niedrig. Leider nicht nur das der Schüler, sondern auch das der Lehrerin. Ich fürchte, ich habe mich diesem inzwischen angepasst. Ich überlege schon welchen Leistungskurs ich anstatt Englisch in der 12. wähle.

 

 

 

Freunde:

Die meisten “Freundschaften” habe ich mit den Freunden der Zwillinge. Um richtige Freunde zu finden benötige ich noch ein wenig mehr Zeit. Nach und nach mache ich Bekanntschaften. Daraus können ja Freundschaften werden.

Ich lebe mein Leben hier gerne. Das was kommt, kommt und ich freue mich darauf.

Zu meinen Freunden in Deutschland habe ich mal mehr und mal weniger Kontakt, jedoch denke ich immernoch oft an sie. Wenn ich dann mit einigen über das Internet E-Mails schreibe oder chatte, möchte ich immer wissen was in Deutschland passiert. Ich möchte wissen, ob es irgendwas Neues gibt um dann den Anschluss nicht zu verpassen wenn ich zurückkomme. Ich habe ein wenig Panik davor, dass sich in Deutschland so viel verändert und ich gar nicht damit klarkomme und das ein großer Schock ist wenn ich wiederkomme.

Ich kann noch so viele E-Mails and Freunde schreiben, Antoworten bekomme ich nur von ganz wenigen. Das ist echt schade, dass nur einen Bruchteil dazu Zeit finden mir auch zu antworten.

 

 

 

Hobbies:

Komischerweise habe ich hier gleich mit zwei Sportarten angefangen, wobei ich in Deutschland überhaupt kein Sport betrieben habe. Schwimmen und Reiten habe ich beides zweimal die Woche. Mit meinen Gastschwestern gehe ich zusammen schwimmen, jedoch reite ich alleine mit Hannah zusammen. Sonst zählt als ein neues Hobbys noch das Schlafen. Jeden Tag 2 – 3 Stunden Mittagsschlaf. Ausserdem gucke ich hier unglaublich viele Filme. Die sind meistens aber auf Englisch und mit spanischen Untertiteln.

 

 

 

Sprache:

Die Sprache war meine grösste Sorge als ich mich schließlich doch für Argentinien entschieden habe. Als ich dann aber hier war, habe ich ziemlich schnell die wichtigsten Dinge und Redewendungen gelernt, weil ich einfach ständig mit Spanisch konfrontiert wurde.

Nun, nach drei Monaten, kann ich mich schon halbwegs verständigen und auch Erlebnisse mit lechten Wörtern erzählen. Es fehlen mir aber eindeutig noch Vokabeln um behaupten zu können, dass ich Spanisch spreche.

Oft redet die Familie auch mit mir auf Englisch, weil sie nämlich ihr Englisch aufbessern wollen. Das ist für

meinen Lernprozess natürlich nicht so hilfreich. Außerdem hat sich dadurch mein Englisch deutlich verschlechtert, weil ich auf ein viel einfacheres Vokabular zurückgreifen muss.

Mein Deutsch ist nicht schlechter geworden, da ich auch auf Deutsch Tagebuch schreibe. Eventuell habe ich einen eingeschränkten Wortschatz aber ich habe es zum Glück nicht vollständig verlernt.

 

 

 

Kontakt zu anderen Austauschschülern:

Die Organisation ist generell gegen engen Kontakt zwischen den Austauschschülern. Man behindert sich bei der eigenen Entwicklung und beim Spanischlernen. Auf der anderen Seite kann der Kontakt natürlich auch hilfreich sein.

Ich bin, wie schon öfters erwähnt, mit einer anderen Deutschen zusammen auf einer Schule. Wir sind auch von derselben Organisation. Allerdings verbringt sie nur ein hables Jahr hier. Ich verstehe ich mich wirklich gut mit ihr, obwohl wir total unterschiedlich sind.

Zu denjenigen, die ich auf dem Vorbereitungsseminar näher kennengelern habe, habe ich hier in Argentinien wenig bis gar keinen Kontakt. Das liegt mit Sicherheit auch mit daran, dass sie nicht in direkter Nähe wohnen. Den meisten Kontakt habe ich zu den Rosarinos, wenn auch nicht zu Allen.

Auf den von der Organisation angebotenen Reisen bekommt man natürlich die Gelegenheit sich mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen. Mir ist das sehr wichtig, da mich auch der Ablauf bei anderen Austauschschülern interessiert. Vor einiger Zeit musste ein guter Freund nach Deutschland zurückkehren. Warum? Das weiss ich auch nicht so genau. Er hat gegen ein paar Regeln verstossen und hat darauf Verwarnungen bekommen. Die Organisation in Deutschland hat ein paar Sachen verdreht, sodass es noch schlimmer aussah als es ist. Seine Eltern haben den Anwalt eingeschaltet aber der konnte nichts machen. Nun ist er zurück in Alemania und wir, die hier zurückgeblieben sind zittern wer denn wohl als nächstes nach Hause fliegen muss, weil er von der Organisation als Buhmann dargestellt wird.   

 

 

 


Austauschorganisation:

Meine Organisation in Deutschland kooperiert mit der hier in Argentinien. Mit beiden bin ich soweit grösstenteils zufrieden.

Am Anfang sind Missverständnisse im Bezug auf die Regeln aufgetreten, aber die sind nun auch behoben.

Ich muss mich an die Regeln der Organisation in Deutschland, der hier in Argentinien und an die Regeln der Familie halten. Für mich ist das ein wenig komisch so viele Regeln einhalten zu müssen aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt.

 

 

 

Und jetzt?

Mir geht es super! Mit meiner Familie geht es mir immer besser, denn inzwischen können wir uns auch richtig gut verständigen. In drei Wochen fangen die 3 monatigen Ferien an. Mal sehen was ich da mache. Die Temperaturen sind für mich jetzt schon wie im Sommer, aber leider ist erst Frühling hier. Ich bin aber schon ordentlich braun gworden.

Im Januar werde ich die Familie wechseln, weil meine jetztige Familie mich nicht länger halten kann.

Mir fehlt die Musik unglaublich. Mal sehen ob ich diesen einen Wunsch mir doch noch verwirklichen kann. 

 

Viele Grüsse , eure jojo

12.11.08 21:06
 


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